Controlling und Restrukturierung in einem Molkerei-Unternehmen

Supply Chain Optimierung | Kennzahlensystem | Wertstromanalyse | SAP

Molkerei

Das Projekt in Stichworten:

  • Grobkonzept f├╝r das zuk├╝nftige Controlling entwickelt und abgestimmt
  • Analyse von Inaugenscheinnahme bis Wertstromanalyse
  • Performance-Schwachstellen identifiziert und L├Âsungen implementiert
  • Interkulturelle Herausforderungen mit kommunikativem Geschick gemeistert
  • Systematisches Controlling erlaubt transparente Entscheidungen
  • Supply Chain Controller und COO sollen erreichte Position ausbauen

Der Interim Manager wurde von einem Molkerei-Konzern mit Sitz in Deutschland (1,5 Mrd Umsatz, 20 Gesellschaften) als Projektmanager engagiert. Er erhielt einen mehrteiligen Auftrag. Zum einen sollte er als Controlling- und Restrukturierungsberater ein wirksames Controlling in Produktion, Supply-Chain und Logistik (Beschaffungs- und Absatzlogistik) einf├╝hren. Daran anschlie├čend galt es, erste Ma├čnahmen zur Prozess- und Performance-Verbesserung in den Gesellschaften der Eastern Europe Division (350 Mio Umsatz, 7 Gesellschaften) zu erarbeiten.

F├╝r ein Unternehmen dieser Gr├Â├čenordnung war das Controlling zu Beginn des Mandats unzureichend ausgebildet. Instrumente zur Schaffung von Transparenz fehlten ebenso wie Steuerungsgr├Â├čen und Entscheidungsgrundlagen des Managements (Werk, Konzern) auf operativer Ebene.

Grobkonzept f├╝r das zuk├╝nftige Controlling entwickelt und abgestimmt

Daher z├Ąhlte es zu den dringlichsten Aufgaben des Interim Managers, zun├Ąchst ein in sich schl├╝ssiges und ineinandergreifendes Grobkonzept f├╝r das zuk├╝nftige Controlling zu erarbeiten. Dazu bewertete der Interim Manager die rudiment├Ąr vorhandenen Controllinginstrumente. Die notwendigen Informationen sammelte er in enger Abstimmung mit den relevanten Mitarbeiter der jeweiligen Abteilungen/Bereiche und dem Management von Werk und Konzern. Selbstverst├Ąndlich umfasste die Analyse die operativen Prozesse in den direkten Leistungsbereichen und den Supply-Chains.

Der Konzeptentwurf beinhaltete im Wesentlichen ein steuerungsrelevantes Informations- und Kennzahlensystem. Das System besteht aus miteinander verzahnten und aufeinander aufbauenden Kennzahlen, die hierarchisch selektive, strategische und operative Elemente haben.

Das Controlling-Konzept wurde nach mehrmaliger Revision verabschiedet und umgesetzt.

Analyse von Inaugenscheinnahme bis Wertstromanalyse

Zu den besonderen fachlichen Herausforderungen des Controlling-Projektes geh├Ârten vor allem die Aufnahme und die Analyse der Ist-Prozesse an den einzelnen Standorten. Dabei setzte der Interim Manager diverse Methoden ein. Dazu z├Ąhlten: Befragung, Inaugenscheinnahme, Auswertung von Arbeits- und Organisationsunterlagen sowie Auswertungen nach dem Top-Down-/Bottom-Down-Ansatz (Kern-, Teilprozess, Prozessschritt, einzelne T├Ątigkeit, Wertstromanalyse).

Die Modellierung eines standardisierten, einheitlichen anwendbaren Kennzahlensystems stellte ebenso besondere Anforderungen. Zwar waren Produktsortiment und Produktionsprozesse an den einzelnen Standorten vordergr├╝ndig ├Ąhnlich. Bei n├Ąherer Betrachtung aber wiesen sie Besonderheiten auf, die eine Standardisierung und Vereinheitlichung erschwerten. Die informationstechnische Umsetzung des Controllings profitierte davon, dass der Interim Manager ├╝ber sehr gute Kenntnisse in den Systemen SAP, BI/Data Warehouse Tools, MS-Excel und weiterer ERP-Systeme verf├╝gt.

Performance-Schwachstellen identifiziert und L├Âsungen implementiert

Bereits bei der Prozessanalyse identifizierte der Interim Manager erste Schwachstellen, die sp├Ąter anhand des eingef├╝hrten Kennzahlensystems noch einmal best├Ątigt wurden. Dagegen ergriff der Interim Manager unter anderem folgende Ma├čnahmen:

Durch die Einf├╝hrung von Kostenstellen und Leistungskennzahlen im Bereich Absatzlogistik/Ausgangslager und der darauf folgenden Reorganisation des Bereiches konnten die Personalkosten um 19 Prozent gesenkt werden.

Durch neue Produktivit├Ątskennzahlen im Kontext mit der Krankenstandsquote, insbesondere in den personalintensiven Bereichen der Produktion, konnten offenbar gewordene ├ťberkapazit├Ąten abgebaut und die Personalkosten um 27 Prozent reduziert werden.

Eine speziell entwickelte Variante der Kennzahl Reichweite erm├Âglichte die genauere Bestimmung des Mindestbestandes und des Zeitpunktes der Bestellausl├Âsung von indirekten B- und C-Materialien. Dadurch konnten die Vorratsbest├Ąnde - ergo das Working Capital - um ca. 22 Prozent gesenkt und die Liquidit├Ąt wesentlich verbessert werden.

Zu den Herausforderungen in der Prozess- und Performance-Verbesserung z├Ąhlte insbesondere die Komplexit├Ąt der Produktion. Mitunter bestanden praktische Umsetzungshindernisse, weil das Beheben von Schwachstellen bei laufender Produktion die Supply Chain an anderen Stellen zu sehr gest├Ârt h├Ątte.

Interkulturelle Herausforderungen mit kommunikativem Geschick gemeistert

Als Herausforderung im pers├Ânlichen Bereich erlebte der Interim Manager die T├Ątigkeit im s├╝dosteurop├Ąischen Kulturraum und die damit einhergehenden Mentalit├Ąts- und Sprachunterschiede. Mit einem Mix aus Durchsetzungsverm├Âgen sowie kommunikativem und diplomatischem Geschick gelang es dem Interim Manager, die anf├Ąnglichen Widerst├Ąnde aufzul├Âsen. Seine Beharrlichkeit und Konsensbereitschaft sowie der Fortschritt im Projekt ├╝berwanden schlie├člich die Skepsis der zuvor weitgehend autark agierenden und mitunter selbstbewusst auftretenden lokalen Manager und Mitarbeiter.

Systematisches Controlling erlaubt transparente Entscheidungen

Mit Abschluss des Interim Mandats verf├╝gt das Management der Eastern Europe Division ├╝ber ein systematisches und laufendes Controlling mit einem standardisierten und integrierten Kennzahlensystem. Dieses Controlling erlaubt nachvollziehbare Entscheidungen auf der Grundlage verl├Ąsslicher Indikatoren. Die logistischen und produktionellen Abl├Ąufe sind weitgehend transparent.

Supply Chain Controller und COO sollen erreichte Position ausbauen

Die Erstellung regelm├Ą├čiger Controlling-/Kennzahlen-Berichte, die stetige Weiterentwicklung der Controllingstrukturen und das Initiieren und Umsetzen von Verbesserungsma├čnahmen im Sinne eines ÔÇ×Continuous ImprovementÔÇť in den genannten Bereichen z├Ąhlen zu den weiterhin bleibenden Herausforderungen. Auch auf Anraten des Interim Managers erw├Ągt das Mutterunternehmen daher, Positionen f├╝r einen Eastern Europe Supply Chain Controller und einen COO Eastern Europe Division zu schaffen.

Sie suchen einen Controlling und Restrukturierungsexperten?

Buchen Sie jetzt online einen Gespr├Ąchstermin mit einem Consultant Ihrer Wahl.

Tanja Esmyol - Senior Consultant Deutsche Interim AG

Tanja Esmyol

Senior Consultant

Christoph Domhardt

Christoph Domhardt

Senior Consultant | Prokurist

Stefan Gebel

Stefan Gebel

Senior Consultant