Die Vorteile wertschätzenden Trennungsmanagements

Von professioneller Trennungskultur profitieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber

von Charly Kahle am
Von professioneller Trennungskultur profitieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Es gibt viele Gr√ľnde, warum sich die Wege von Arbeitgebern und Arbeitnehmern trennen k√∂nnen: gewollte und ungewollte, erzwungene und herbeigesehnte. Wichtig ist, diesen Prozess mit gleicher Sensibilit√§t und Sorgfalt zu begleiten wie das Recruiting und Onboarding des Mitarbeiters, der nun das Unternehmen wieder verl√§sst oder verlassen muss.

Gerade in der Krise braucht es eine professionelle Trennungskultur

Es ist naheliegend, dass in Zeiten des Fachkr√§ftemangels Unternehmen den Fokus darauf legen, neue Mitarbeiter zu finden, zu integrieren und zu entwickeln. Darum wird viel Wert auf eine Onboarding- und Entwicklungskultur gelegt. Doch gerade die aktuelle Krise mit Kurzarbeit und Personalabbau zeigt, dass zum Zyklus der Besch√§ftigung auch eine Trennungskultur z√§hlen muss, die beiden Seiten gerecht wird. Richtig ist: Im Berufsleben trifft Arbeitnehmer kaum etwas schwerer als eine K√ľndigung. Aber auch das Unternehmen ist getroffen, wenn ein mit viel Engagement aufgebauter Hoffnungstr√§ger neue Wege geht. Hier ist ein professionelles Trennungsmanagement gefragt.

Trennungsmanagement: Bausteine einer fairen Trennung

Traditionell wird unter Trennungsmanagement all das verstanden, was Unternehmen im Sinne einer fairen und professionellen Trennungskultur tun k√∂nnen, wenn sie sich initiativ von Besch√§ftigten trennen wollen. Dazu z√§hlen ‚Äď je nach Ausgangslage - ein wertsch√§tzendes Trennungsgespr√§ch als Einstieg, mitunter auch angemessene Abfindung, Perspektiv-Beratung zur beruflichen Neuorientierung sowie eine zeitnahe Einigung.

Ehrliche Kommunikation ist f√ľr einen fairen Trennungsprozess unabdingbar

Aber auch wenn der Trennungswunsch vom Mitarbeiter ausgeht, kann ein fairer Trennungsprozess Konflikte vermeiden. Eine umfassende √úbergabe an den Nachfolger oder das Team, der passende Zeitpunkt f√ľr Ausscheiden, Freistellung oder Arbeit bis zum letzten Tag und die Verabschiedung selbst sind Aspekte, die ein professionelles Trennungsmanagement im Sinne beider Seiten regelt. Ein konstruktives Exitgespr√§ch oder ein Austrittsinterview sind Chancen, dass Unternehmen die Motivation der Gehenden besser verstehen.

Ohnehin ist offene und ehrliche Kommunikation ist f√ľr einen fairen Trennungsprozess unabdingbar. Beide Seiten sollten sich sagen, woran sie sind und warum keine gemeinsame Zukunft mehr m√∂glich ist. Nur dann wird das Unternehmen als vertrauensvoller Arbeitgeber wahrgenommen, nur dann wird der Mitarbeiter ohne Zorn auf diese Etappe seines Berufslebens zur√ľckblicken.

Gutes Trennungsmanagement wirkt positiv auf die bleibende Belegschaft

Aus der Perspektive des Mitarbeiters ist eine K√ľndigung eine Extremsituation. Er will darum vor allem wissen, warum ihm gek√ľndigt wurde, warum eine langj√§hrige Halt und Sinn gebende Beziehung unfreiwillig beendet wird. Es schafft Klarheit und Wertsch√§tzung, wenn HR oder F√ľhrungskr√§fte offen und transparent begr√ľnden, warum genau dieser Mitarbeiter entlassen wird. Es geht aber nicht nur um die, die ein Unternehmen verlassen m√ľssen: Transparente Kommunikation und faire Behandlung im Trennungsgespr√§ch sind zudem die besten Mittel, um schlechte Stimmung im Unternehmen zu vermeiden, die anderen Mitarbeiter nicht zu beunruhigen und negative Einsch√§tzungen Rezensionen auf Bewertungsportalen zu verhindern.

Ungerechtigkeit wirkt negativ auf Arbeitgeberimage und Engagement

Auch aus der mitarbeiterinitiierten Trennung k√∂nnen beide Seiten Nutzen ziehen, wenn sie konstruktiv gestaltet wird. Der Arbeitgeber kann sich die Gr√ľnde f√ľr die K√ľndigung anh√∂ren, sie bewerten und auswerten. Er kann daraus Konsequenzen f√ľr die Arbeitsweise und Kultur im Unternehmen ziehen, damit andere Mitarbeiter nicht den gleichen Weg gehen, sondern Lust haben zu bleiben.

In beiden F√§llen gilt: Es muss gerecht zugehen. Rezensionen auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen zeigen eindeutig: Deutsche Arbeitnehmer sind von Gerechtigkeitsnormen √ľberzeugt. Verst√∂√üt das Unternehmen dagegen, hat das Folgen f√ľr das Arbeitgeberimage und nicht zuletzt f√ľr das Engagement der verbleibenden Mitarbeiter.

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