Sanierung und Neuausrichtung eines Software-Anbieters

Insolvenz | Corona | Personalabbau

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Das Projekt in Stichworten:

  • Sanierung und Neuausrichtung eines Software-Anbieters
  • Akute Insolvenzgefahr nach Investitionen in wenig erfolgreiche Produkte
  • Neuverhandlung mit Kunden und Lieferanten senkt Kosten und steigert Erträge
  • Geschäftsbetrieb schnell stabilisiert und unmittelbare Insolvenzgefahr abgewendet
  • Gesellschafter von Neuausrichtung hin zu cloudbasierten Lösungen überzeugt
  • Belegschaft ohne hohe Kosten von 70 auf 40 Mitarbeitende reduziert
  • Neuausrichtung des Unternehmens mit dem Team in die Tat umgesetzt
  • Trotz Corona nach 9 Monaten der erste EBIT-positive Quartal

Ein einstmals sehr erfolgreiches mittelständisches Unternehmen für Mikroelektronik und Embedded Software war zusehends in eine finanzielle Schieflage geraten. Bei einem jährlichen Umsatz von 6 Mio. Euro erwirtschaftete es innerhalb von drei Jahren einen Fehlbetrag von 1,2 Mio. Euro. Der langjährige Einzel-Geschäftsführer und Mitgesellschafter warf schließlich Ende 2018 das Handtuch. Der Interim Manager wurde daraufhin von der Gesellschafterversammlung beauftragt, die Geschäftsführung für ein halbes Jahr zu übernehmen und die Insolvenz abzuwenden.

Akute Insolvenzgefahr nach Investitionen in wenig erfolgreiche Produkte

Zu den Faktoren für die Krise zählte ein über Jahre gestiegener Preisdruck auf die angebotenen Dienstleistungen, die zusehends niedrige Abschlussquote und daraus resultierende Überkapazitäten. Die vierköpfige Geschäftsleitung hatte die Überkapazitäten zunächst dazu eingesetzt, um zwei neue Produkte zu entwickeln und so die Abhängigkeit von Dienstleistungen zu reduzieren. Die Erlöse mit den Neuentwicklungen blieben jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück und dies mündete schließlich in eine akute Insolvenzgefahr.

Der Interim Manager begann das Mandat Anfang Januar 2019 damit, sich in intensiven Gesprächen mit der Geschäftsführung und wichtigen Führungskräften sowie Abteilungs- und Teamleitern ein umfassendes Bild von der aktuellen Lage zu machen.

Neuverhandlung mit Kunden und Lieferanten senkt Kosten und steigert Erträge

Als erstes und wichtigstes Handlungsfeld ermittelte er die Liquiditätsposition des Unternehmens. Innerhalb weniger Tage sichtete und sortierte er gemeinsam mit dem kaufmännischen Leiter alle Forderungen und Verbindlichkeiten. In persönlichen Gesprächen mit den wichtigsten Kunden und Gläubigern gelang es dem Interim Manager, zunächst einen positiven Saldo der Ein- und Auszahlungen herzustellen.

Die Bewertung der Insolvenzreife wurde dabei sehr früh beherzigt und im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben regelmäßig dokumentiert. Dazu gehörte insbesondere die wöchentliche Aktualisierung der Beurteilung nach den Richtlinien des Bundesgerichtshofs, wonach das Unternehmen jeweils nachvollziehbar belegen muss, dass etwaige Zahlungsstockungen nur temporär auftreten und nicht dauerhaft bestehen.

Geschäftsbetrieb schnell stabilisiert und unmittelbare Insolvenzgefahr abgewendet

Im nächsten Schritt überprüfte der Interim Manager alle Kunden- und Lieferantenverträge. Dabei identifizierte er eine ganze Reihe von Verbesserungsmöglichkeiten, die er mit Kunden und Lieferanten verhandelte. Im Ergebnis wurden über 70 Verträge angepasst oder gekündigt. Allein die Einsparungen in den Gemeinkosten beliefen sich auf mehr als 150.000 Euro jährlich. Schon zum Ende des zweiten Quartals war der Geschäftsbetrieb stabilisiert und die unmittelbare Insolvenzgefahr abgewendet.

Gesellschafter von Neuausrichtung hin zu cloudbasierten Lösungen überzeugt

Während des Mandats suchten die Gesellschafter nach einem neuen Geschäftsführer, hatten aber bis zum Frühsommer keinen geeigneten Kandidaten gefunden. Zu dieser Zeit präsentierte der Interim Manager in einer Gesellschafterversammlung seine Vision für das Unternehmen. Die beinhaltete eine Neuausrichtung der Angebote hin zu Cloud-basierten Lösungen, einhergehend mit einem Wandel und einem deutlichen Abbau der Belegschaft. Das Konzept sagte den Gesellschaftern zu und der Interim Manager wurde mit der Umsetzung betraut.

Belegschaft ohne hohe Kosten von 70 auf 40 Mitarbeitende reduziert

Im ersten Jahr seiner Mission reduzierte der Interim Manager die Belegschaft auf 40 Mitarbeiter - ohne Massenentlassungsanzeige und ohne wesentliche Abfindungen. Das war möglich, weil der Interim Manager sich persönlich mit allen betroffenen Mitarbeitenden intensiv beschäftigte und diese aktiv beim „Outplacement“ unterstützte. Der Interim Manager begleitete auch den ehemaligen Geschäftsführer erfolgreich in seiner Neuorientierung.

Neuausrichtung des Unternehmens mit dem Team in die Tat umgesetzt

Nachdem mit dem Stellenabbau eine wesentliche Voraussetzung für den Umbau des Unternehmens geschaffen war, begann der Interim Manager damit, das Unternehmen auf cloudbasierte Angebote auszurichten. Dazu startete er eine Transformations-Initiative. Dazu gehörte auch eine „Skill-Offensive“, in der sich das Team neues Wissen rund um Cloud und KI basierte Technologien erarbeitete. Schließlich initiierte der Interim Manager eine Partnerschaft mit Microsoft, um deren Azure Plattform für zukünftige cloudbasierte Lösungen zu nutzen. Der Interim Manager engagierte sich aktiv in der Identifizierung und Erschließung potenzieller Neukunden und schloss einige Neuverträge persönlich ab.

Trotz Corona nach 9 Monaten der erste EBIT-positive Quartal

Im dritten Quartals 2020 wies das Unternehmen trotz Belastungen aus der Corona-Pandemie ein Quartals-EBIT in Höhe von 6 Prozent des Umsatzes aus und beendete somit die jahrelange Talfahrt. Die Geschäftsführung wurde zu Beginn des vierten Quartals an den langjährigen Prokuristen des Unternehmens übergeben. Dieser hatte den Transformationsprozess aktiv mitbegleitet und wurde in der gemeinsamen Zusammenarbeit vom Interim Manager auf die Aufgabe vorbereitet.

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Christoph Domhardt

Christoph Domhardt

Senior Consultant | Prokurist

Tanja Esmyol - Senior Consultant Deutsche Interim AG

Tanja Esmyol

Senior Consultant