Absicherung eines Serienanlaufs nach einem Lieferantenausfall

Industrial Engineering | Ersatzlinienproduktion | Lieferabsicherung

Produktionsstandort

Das Projekt in Stichworten:

  • Absicherung eines Serienanlaufs nach einem Lieferantenausfall
  • Engineering, Prototypen und Testing für Ersatzprodukt schnellstmöglich sicherstellen
  • Fachkräfte der konzerneigenen Getriebefertigung für das Krisenprojekt gewonnen
  • Taskforce von internen und externen Kräften für Ersatzlinie geschaffen
  • Enge Abstimmung von Einkaufsorganisation und Lieferanten
  • Serienanlauf erfolgreich bei gesteigerter Produktivität sichergestellt
  • Zweistellige Millionenbeträge für Lieferverzögerungen vermieden

Der Lieferant eines Schienenfahrzeugherstellers war in eine angespannte Finanzsituation geraten. Das Unternehmen teilte seinem Kunden mit, dass es zu Verzögerungen in der Zulieferung von Getrieben gemäß der vereinbarten Planung kommen würde. Da der Schienenfahrzeughersteller sich auf diesen Zulieferer verlassen hatte, war ein hausinternes Ersatzprodukt nicht produktionsbereit. Dadurch lief der Schienenfahrzeugbauer seinerseits Gefahr, die eigenen Lieferzusagen an den Endkunden nicht einhalten zu können.

Engineering, Prototypen und Testing für Ersatzprodukt schnellstmöglich sicherstellen

Die Aufgabe des Managers bestand in der kurzfristigen Lieferabsicherung sowie der Sicherstellung der Operationsfunktionen. Er musste Industrial Engineering, Prototypenmontage und Testing für die schnellstmögliche Entwicklung eines internen Ersatzproduktes und dessen Serienanlauf koordinieren.

Der Interim Manager entwickelte einen zweigeteilten Lösungsansatz. Zum einen musste für die kurzfristige Lieferabsicherung ein alternativer Getriebeproduzent identifiziert und aufgebaut werden. Als zweites musste die Konvergenz zu einem konzerninternen Getriebedesign beschleunigt werden, um zukünftig auf eine Anzahl alternativer Fertiger zurückgreifen zu können.

Fachkräfte der konzerneigenen Getriebefertigung für das Krisenprojekt gewonnen

Eine besondere Herausforderung bestand darin, dass die konzerneigene Getriebefertigung bei der Make-or-Buy Entscheidung für das Getriebe nicht einbezogen worden war. Entsprechend spannungsgeladen war das Umfeld, als es darum ging, die Mitarbeiter der Getriebefertigung um Hilfe bei der Bereinigung der Situation zu bitten.

Der Interim Manager löste die Spannungen, indem er Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern führte. Er zeigte auf, dass sich der konzerneigenen Getriebefertigung eine große Chance bot, ihre Leistungsfähigkeit in einer krisenhaften Situation unter Beweis zu stellen - und sich auf diese Weise für zukünftige Sourcing-Diskussionen besser aufzustellen. Letztlich folgten die Führungskräfte dieser Argumentation und entschieden sich für das professionelle Handeln.

Taskforce von internen und externen Kräften für Ersatzlinie geschaffen

Die ersten Besuche beim Lieferanten zur Analyse seines Fertigungsprozesses zeigten, dass der Aufbau einer entsprechenden Linie beim hausinternen Getriebefertiger binnen weniger Wochen möglich war. Im Rahmen einer Taskforce mit Vertretern aus Arbeitsvorbereitung, Fertigung, Einkauf, Logistik, Qualität, Testing und Projekt Management wurden die Arbeiten geplant und in ihrer Abarbeitung verfolgt.

Auch der Lieferant war in dieses Team eingebunden, um in enger Abstimmung das Qualitätsmanagement und die Dokumentation für die Produkte zu organisieren. Ein erster Meilenstein war die erfolgreiche Erstmusterprüfung für die von erfahrenen Prototypenmechanikern gefertigten Getriebe.

Enge Abstimmung von Einkaufsorganisation und Lieferanten

In enger Abstimmung mit der Einkaufsorganisation und den Lieferanten organisierte der Interim Manager mit seinen Teams die Materialanlieferung an die neu eingerichtete Linie. Die Anlieferung von Montagematerial als Kits optimierte von Beginn an Materialfluss und Handling am Montageort.

Materialengpässe und anfängliche Qualitätsprobleme bei den zugelieferten Teilen überwand der Interim Manager, indem er eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten zur kurzfristigen Problemlösung initiierte.

Da die Kapazitätsplanung einen zusätzlichen Bedarf an Monteuren aufgezeigt hatte, bestand ein Arbeitspaket in der kurzfristigen Beschaffung und Einarbeitung von Mitarbeitern. Dies stellte eine besondere Herausforderung dar, da der Zeitarbeitsmarkt zum Projektzeitpunkt konjunkturbedingt kaum qualifizierte Kräfte anbot.

Serienanlauf erfolgreich bei gesteigerter Produktivität sichergestellt

Mit seinem Maßnahmenpaket konnte der Interim Manager einen ausreichend schnellen Serienanlauf des Ersatzgetriebes sicherstellen. Darüber hinaus arbeitete die neu eingerichtete Produktionslinie mit besserer Qualität und kürzeren Durchlaufzeiten.

Zweistellige Millionenbeträge für Lieferverzögerungen vermieden

So konnte der Schienenfahrzeughersteller mehrmonatige Lieferverzögerungen mit einem resultierenden negativen Cash-Impact im zweistelligen Millionen Euro Bereich vermeiden. Gleichzeitig war die Durchlaufzeit für die Montage und Lieferung der Getriebe optimiert worden. Zudem konnten einzelne Erkenntnisse (z.B. zur Materialanlieferung) auf andere Produktlinien übertragen werden.

Parallel und strukturiert waren in enger Abstimmung mit dem Engineering Bau und Test des Prototyps für ein konzerneigenes Getriebedesign auf den Weg gebracht worden. Wie mit dem schnellen Aufbau der Ersatzlinie erbrachte die konzerneigene Getriebefertigung so den Nachweis der Leistungsfähigkeit.

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Tanja Esmyol - Senior Consultant Deutsche Interim AG

Tanja Esmyol

Senior Consultant

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Christoph Domhardt

Senior Consultant | Prokurist