Lautlose Restrukturierung nach Akquisition eines Mitbewerbers

Kostenreduktion | Personalabbau | Standortschließungen

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Das Projekt in Stichworten:

  • Effizienz- und Kostenvorteile als Ziele der Akquisition ausgestalten
  • Gratwanderung zwischen Employment Costs und Employer Brand bewältigt
  • Notwendigen Personalabbau nach Zukauf ohne Kündigungen realisiert
  • Schließung weiterer Standorte gelingt zu geringen Kosten, geräuschlos und zügig
  • Anspruchsvolle Ziele des Kostensparprogramms werden umfassend erreicht 

Der heutige Interim Manager sah sich als HR Director eines Baustoffunternehmens in Familienbesitz nach erfolgreicher Akquisition und Post-Merger-Integration eines Wettbewerbers damit konfrontiert, den bisherigen Hauptsitz des Akquisitionsobjekts zu schließen und das dort beschäftigte Personal abzubauen. Zudem sollte ein unrentables Werk geschlossen werden. Und schließlich war entschieden worden, die hohe Zahl der über Deutschland verteilten Vertriebsinnendienstteams zu halbieren.

Effizienz- und Kostenvorteile als Ziele der Akquisition ausgestalten

Das Unternehmen ist ein norddeutscher Premiumhersteller von Baustoffen. Die Sparte Trockenmörtel hatte 2015 einen renommierten Mitbewerber in Süddeutschland übernommen und so die größte Akquisition seiner Firmengeschichte getätigt. In der Folge strebte das Unternehmen eine deutlich höhere Ertragskraft sowie eine überdurchschnittliche Marktanteilerhöhung an. Die hierfür erforderlichen Kosten- und Effizienzanpassungen machten eine Restrukturierung mit maßvollem Personalabbau unumgänglich. Das mitarbeiterorientierte Unternehmen hatte damit allerdings insgesamt wenig Erfahrung.

Gratwanderung zwischen Employment Costs und Employer Brand bewältigt

Der HR Director machte zu Beginn deutlich, dass die Kostenreduktion in den Bereichen mittelfristig zu jährlichen Einsparungen im hohen siebenstelligen Bereich führen werden. Andererseits betonte er die Notwendigkeit, die Arbeitgebermarke als sozial verpflichtetes Unternehmen nach innen wie außen zu schützen. Das Unternehmen genoss im ländlichen Raum als Arbeitgeber einen guten Ruf – und würde langfristig auch wieder Fachkräfte benötigen.

Notwendigen Personalabbau nach Zukauf ohne Kündigungen realisiert

Der Personalleiter stellte sicher, dass die Kommunikation mit den am Hauptsitz des Akquisitionsobjekts betroffenen Mitarbeitern sowie deren Betriebsrat rechtssicher, zügig, klar und respektvoll erfolgte. Zugleich entschied er sich taktisch bewusst dafür, die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan nicht zu früh zu beginnen. Denn nach der Ankündigung der Schließung des Standorts liefen einerseits Verhandlungen mit der ehemaligen Muttergesellschaft über die „Rücknahme“ einzelner Mitarbeiter. Andererseits sah er die Chance, dass einzelne Mitarbeiter sich kurzfristig erfolgreich selbst bewerben und das Unternehmen ohne Abfindung verlassen können.

Rund 2/3 der Stellen ließen sich auf diesen Wegen abbauen. Weitere Mitarbeiter, die dem Unternehmen erhalten bleiben sollen, wurden an zwei nahe Standorte versetzt. Schließlich verblieben nur zwei Mitarbeiterinnen, die noch zwei Jahre lang beschäftigt und dann in den Vorruhestand entlassen wurden.

Letztlich wurden die budgetierten Restrukturierungskosten durch das besonnene Verhalten des HR-Leiters um fast 70 % unterschritten. Ein Sozialplan war nicht mehr nötig.

Schließung weiterer Standorte gelingt zu geringen Kosten, geräuschlos und zügig

Die Schließung einer Produktionsstätte sowie mehrerer Vertriebsinnendienststandorte in ganz Deutschland erforderten weitere Verhandlungen. Da nicht alle dieser Betriebe der Mitbestimmung unterlagen, wurden aufwendige Verhandlungen mit den einzelnen Mitarbeitern notwendig. Andererseits erlaubte die Rechtslage betriebsbedingte Kündigungen, sodass das Prozessrisiko minimal erschien. Um jedoch den Personalabbau schnell, fair und geräuschlos zu realisieren, wurde mit fast allen Mitarbeitern ein Aufhebungsvertrag unter Zahlung einer geringfügigen freiwilligen Abfindung geschlossen.

Anspruchsvolle Ziele des Kostensparprogramms werden umfassend erreicht 

Binnen eines Jahres erreichte der HR Director die Ziele der Restrukturierungen:

  • Der Personalabbau gelingt zu geringen Kosten, zugleich zeitgerecht und in auch von den Arbeitnehmervertretungen anerkannter sozial verträglicher Weise, also ohne Schaden für die Arbeitgebermarke.
  • Die geplanten Kosteneinsparungen wurden bereits ab dem Folgejahr erreicht. Das Unternehmen ist am Markt mit höherer Ertragskraft neu positioniert. Umsatz, Gewinn und Marktanteil wurden gesteigert.

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Tanja Esmyol - Senior Consultant Deutsche Interim AG

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Stefan Gebel

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