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Praxiswissen
Elternzeitvertretung: Das Bild zeigt eine Schwangere, die eine Kaffeetasse auf ihrem Bauch abstellt.
Hannah Winter-Ulrich
Lesezeit 5 min

Elternzeitvertretung: Passende Lösungen für die schönste Herausforderung der Welt

Elternzeitvertretung: Das Bild zeigt eine Schwangere, die eine Kaffeetasse auf ihrem Bauch abstellt.
Hannah Winter-Ulrich
Lesezeit 5 min

Wenn wichtige Fach- oder Führungskräfte in Mutterschutz gehen oder Elternzeit nehmen, hinterlassen sie nicht selten eine spürbare Lücke im Unternehmen. Gerade bei Positionen mit hoher Verantwortung ist eine reibungslose Übergabe entscheidend für den Erfolg des Teams. In Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels ist es allerdings ambitioniert, diese Lücke kurzfristig mit eigenem Personal oder befristeten Teilzeitkräften zu schließen. Was viele nicht auf dem Radar haben: Interim Management ist eine ebenso flexible wie nachhaltige Lösung für die schönste Herausforderung der Welt.
 

Elternzeitvertretung mit Mehrwert: Kontinuität in Schlüsselpositionen sicherstellen

Wenn Führungskräfte oder hochqualifizierte Fachpersonen Elternzeit nehmen, ist schnelles und verlässliches Handeln gefragt. Denn plötzlich fehlen nicht nur Ressourcen, sondern auch gestandene Persönlichkeiten mit entscheidendem Einfluss auf Prozesse und Teams. Unternehmen sind gefordert, zentrale Aufgaben, Projekte und Verantwortlichkeiten nahtlos weiterzuführen – möglichst ohne Qualitäts- oder Effizienzverlust

Vielleicht kennen auch Sie diese Situation: Ihre Personalleitung kündigt eine zwölfmonatige Elternzeit an – mit drei Monaten Vorlauf. Doch für diese Zeit sind bereits eine umfangreiche Recruiting-Initiative und die Einführung einer neuen HR-Software geplant. Ihr HR-Team ist zwar gut eingespielt, benötigt aber dennoch eine starke Führungspersönlichkeit an der Spitze. Interne Optionen? Nicht verfügbar. Der Arbeitsmarkt? Leergefegt. Was tun?

Hier kommt Interim Management ins Spiel: Statt einer „Notlösung“ auf Zeit setzen Sie auf einen Manager oder eine Managerin mit Führungserfahrung, spezifischer Branchenkenntnis und der Fähigkeit, sich schnell einzuarbeiten und in bestehende Teams zu integrieren. Während der Elternzeitvertretung führt der Interim Professional das Team nicht nur sicher durch die Abwesenheit. Er oder sie bringt auch neue Perspektiven, fachliche Expertise und frische Impulse mit. Damit bleibt Ihr Unternehmen auch während der Elternzeit handlungsfähig. So wird aus einer scheinbaren Lücke ein produktives Intervall.

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Elternzeitvertretung: Vertragsformen und Grundlagen

Für eine Elternzeitvertretung braucht also nicht nur die passende Person mit den passenden Kompetenzen, sondern auch den passenden rechtlichen Rahmen. Unternehmen können dabei zwischen mehreren Vertragsmodellen wählen:

  • Dienstleistungsvertrag:
    Der Dienstleistungsvertrag eignet sich für Positionen mit klar umrissener Verantwortung, Ergebnisorientierung und Gestaltungsfreiheit, zum Beispiel im Projektmanagement oder in Führungsrollen. Die Abrechnung erfolgt üblicherweise auf Tages- oder Stundenbasis. Die Fachkraft handelt eigenverantwortlich, ist nicht weisungsgebunden und trägt das unternehmerische Risiko ihrer Tätigkeit selbst – einschließlich Verdienstausfall bei Urlaub und Krankheit sowie allen Kosten der sozialen Absicherung.
  • Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ):
    Die Arbeitnehmerüberlassung kommt insbesondere dann in Frage, wenn die Vertretung ins Tagesgeschäft eingebunden ist und weisungsgebunden arbeiten soll, etwa in der Linienfunktion. Die Fachkraft bleibt bei einem Interim Management Provider angestellt. Voraussetzung ist, dass der Provider – wie Deutsche Interim AG – über eine entsprechende Genehmigung der Bundesanstalt für Arbeit verfügt. Das Kunden-Unternehmen zahlt einen vereinbarten Stundensatz, die Kosten für Urlaub, Krankheit und soziale Absicherung trägt der Dienstleister.
  • Befristete Anstellung:
    Hier wird die Fach- oder Führungskraft für die Elternzeitvertretung auf Basis eines sachlich befristeten Arbeitsvertrags (§ 14 Abs. 1 TzBfG in Verbindung mit § 21 BEEG) direkt beim Unternehmen angestellt. Eine unmittelbare Weisungsbefugnis und Einbindung in die betrieblichen Abläufe des Unternehmens ist damit – wie bei anderen Angestellten – möglich. Die Kosten und Risiken für Urlaub, Krankheit und soziale Absicherung trägt das Kunden-Unternehmen.

Welches Modell zu Ihrer Situation passt, hängt von mehreren Faktoren ab – von Dauer und Funktion der Elternzeitvertretung bis hin zur Unternehmenskultur. 
 

Checkliste: Elternzeitvertretung strategisch planen

➡️ Weitblick zeigen und rechtzeitig mit der Planung beginnen
Eine Elternzeit ist in der Regel frühzeitig bekannt. Nutzen Sie diesen Planungsvorlauf, um Aufgaben, Kompetenzen und Schlüsselprozesse zu identifizieren, die während der Abwesenheit abzusichern sind.

➡️ Den tatsächlichen Bedarf analysieren: Was ist erfolgskritisch?
Welche Verantwortungen lassen sich intern abfedern? Und an welcher Stelle sind externe Ressourcen sinnvoller? Identifizieren Sie Rollen, deren Besetzung für Projekte, Kundschaft oder Teams unverzichtbar ist.

➡️ Die passende Vertragsform wählen – flexibel und rechtssicher
Ob befristeter Vertrag zur Elternzeitvertretung, Dienstleistungsvertrag oder Arbeitnehmerüberlassung: Wählen Sie das Modell, das zur Funktion, zur Dauer des Einsatzes und zur Kultur Ihres Unternehmens am besten passt.

➡️ Übergänge aktiv gestalten, statt nur übergeben
Sorgen Sie für strukturierte Übergaben und klare Zuständigkeiten. Wissenstransfer, interne Akzeptanz und eine definierte Einarbeitungsphase machen den Unterschied zwischen Stillstand und Fortschritt.

➡️ Transparent kommunizieren – intern wie extern
Informieren Sie Teams, Führungskreise und gegebenenfalls externe Stakeholder frühzeitig über die Elternzeitvertretung. Eine klare und transparente Kommunikation schafft Vertrauen und sorgt für Akzeptanz auf allen Ebenen.


Elternzeitvertretung in der Praxis: Drei reale Szenarien

  • F&E-Abteilung in einem Industrieunternehmen
    Als die technische Teamleitung eines Automobilzulieferers in Elternzeit geht, steht ein neues Projekt an: die Implementierung eines innovativen Fertigungsschritts. Die Sorge ist groß: Kann das Projekt auf Kurs bleiben? Die Lösung: Eine Interim Führungskraft mit Erfahrung im Lean Engineering übernimmt. Nicht nur das Projekt wird planmäßig realisiert, der Interim Manager entwickelt auch eine neue Schnittstelle zur Qualitätssicherung, die das Unternehmen langfristig nutzt.
  • Marketing und Kommunikation in einem Softwareunternehmen
    Ein SaaS-Anbieter steht vor dem Ausbau seines Online-Marketings. Zeitgleich meldet sich die Head of Marketing in Elternzeit ab. Die Interim Lösung: Ein erfahrener Marketingprofi mit Digitalfokus übernimmt. Er analysiert bestehende Maßnahmen, implementiert neue KPIs und baut ein funktionierendes Lead-Nurturing-System auf. Nach der Rückkehr der Head of Marketing ist nicht nur der Status quo erhalten geblieben. Nein, der Interim Manager hat das digitale Marketing weiterentwickelt und messbare Fortschritte erzielt.
  • Controlling im Mittelstand
    Die Controlling-Leiterin eines Maschinenbauunternehmens fällt zwölf Monate aus. Ein klassischer Fall für einen befristeten Vertrag? Möglich. Doch die Geschäftsführung entscheidet sich für ein Interim Mandat. Die eingesetzte Fachkraft für Controlling überarbeitet die Forecast-Prozesse, verbessert das Reporting und bringt neue Standards für Kostenstellenverantwortliche ins Unternehmen – sinnvolle Verbesserungen, die sonst oft im Alltag untergehen.
     

In drei Schritten zur Elternzeitvertretung

  1. Bedarf ermitteln
    Wann beginnt die Elternzeit? Und wie lange wird sie voraussichtlich dauern? Welche Aufgaben müssen zwingend extern abgedeckt werden? Welche Kompetenzen und Führungserfahrungen sind notwendig? Wir unterstützen Sie mit einer strukturierten Bedarfserhebung und Zieldefinition.
  2. Passende Persönlichkeiten finden
    Auf Basis Ihres Anforderungsprofils empfehlen wir Ihnen geeignete Kandidatinnen und Kandidaten aus unserer Datenbank mit rund 4.500 qualifizierten Fach- und Führungskräften – mit klaren Profilen, branchenspezifischem Know-how und nachgewiesener Projekterfahrung. Interviews und Auswahlgespräche führen wir gemeinsam mit Ihnen durch.
  3. Einstieg begleiten
    Ob befristeter Vertrag zur Elternzeitvertretung, Dienstleistungsvertrag oder ANÜ – wir wählen gemeinsam mit Ihnen die passende Vertragsform aus, unterstützen Sie bei Einarbeitung sowie Übergabe und stehen auch während des Einsatzes beratend zur Seite. So bleibt Ihre Organisation stabil und reaktionsfähig.
     

Warum sich Interim Management auch wirtschaftlich lohnt

Natürlich stellen sich viele Verantwortliche die Frage nach den Kosten. Interim Professionals rechnen meist auf Tagesbasis ab – je nach Qualifikation liegen die Sätze häufig zwischen 1.000 und 1.500 Euro pro Tag. Doch: Sie zahlen ausschließlich für den tatsächlichen Einsatz. Es fallen keine Sozialabgaben an, Urlaubs- oder Krankheitstage gehen nicht zulasten des Unternehmens, und die Einarbeitung verläuft deutlich effizienter. Auch, wenn der kurzfristige Tagessatz höher erscheint als das Gehalt eines Festangestellten, ergibt sich in Summe oft ein wirtschaftlich sinnvoller ROI – insbesondere, wenn sich durch die Elternzeitvertretung Stillstand, Oppertunitätskosten und eine Überlastung des Teams vermeiden lassen.
 

Ausdruck einer modernen Unternehmenskultur

Unternehmen, die Elternzeitvertretungen vorausschauend organisieren, senden ein starkes Signal: Sie erkennen die Lebensrealitäten ihrer Mitarbeitenden an, fördern die Vereinbarkeit von Beruf sowie Familie und sichern zugleich ihren eigenen Erfolg. Gerade junge Talente achten bei der Arbeitgeberwahl darauf, ob Familienfreundlichkeit nicht nur ein Versprechen, sondern gelebte Realität ist. Mit einer professionell gemanagten Elternzeitvertretung zeigen Sie nicht nur Organisationstalent, sondern auch Führungsqualität. Und Sie stärken Ihre Position im Wettbewerb um qualifizierte Fach- und Führungskräfte.
 

Fazit: Elternzeitvertretung als Chance begreifen

Ob kurz- oder langfristig: Elternzeitvertretungen gehören zum Arbeitsalltag. Wer sie strukturiert plant, erlebt keine bösen Überraschungen. Stattdessen wird aus einer Personalabwesenheit eine Gelegenheit, neue Perspektiven ins Unternehmen zu holen. Mit dem richtigen Interim Professional sichern Sie Kontinuität, schaffen Fortschritt und entlasten Ihre Belegschaft.

In Ihrem Unternehmen steht eine Elternzeit an? Gemeinsam mit Ihnen machen wir uns auf die Suche nach dem passenden Interim Professional. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf!

Hannah Winter-Ulrich leitet die Unternehmenskommunikation bei der Deutschen Interim AG.

Hannah Winter-Ulrich

Leiterin Kommunikation

Hannah Winter-Ulrich tut, was sie liebt. Und liebt, was sie tut: das Schreiben. Die erfahrene Textpertin verantwortet nicht nur die Unternehmenskommunikation, sondern kreiert auch Content, der das angestrebte Kommunikationsziel stets erreicht. Hannah reizt es, komplexe Themen anschaulich und verständlich aufzubereiten. Kein Wunder, denn sie hat als B2B-Redakteurin über einen Zeitraum von rund 15 Jahren Dutzende IT- und Hightech-Unternehmen betreut.

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