Einführung eines neuen Gebührenmodells für die Abfallwirtschaft

Politische Lobbyarbeit | Marketingkonzept | Tarifstetigkeit

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Das Projekt in Stichworten:

  • Einführung eines neuen Gebührenmodells für die Abfallwirtschaft
  • Gebühren dürfen maximal bis zur Inflationsrate ansteigen
  • Akzeptanz im öffentlichen Raum für neues Preismodell geschaffen
  • Haushaltsbezogene Grundgebühr als „Ökogebühr“ erfolgreich eingeführt

Das größte kommunale, europäische Recyclingunternehmen mit rd. 5.550 Mitarbeitern sah sich in einer schwierigen Situation. Es sollte ein neues Gebührenmodell entwickelt werden. Ein heikles Thema: Es war angedacht, einen Systembruch herbeizuführen. Bislang hatte sich niemand an dieses Projekt herangetraut. Dies war nur durch einen unbefangenen Manager von extern möglich. Der Diplom-Kaufmann übernahm die Aufgabe als festangestellter Chief Finance Officer (CFO) auf Zeit.

Gebühren dürfen maximal bis zur Inflationsrate ansteigen

Geprägt durch eine starke Arbeitnehmerseite sowie eine politisch schwierige Gemengelage war es eine Herausforderung, die Müllentsorgung zuverlässig und effizient sicherzustellen. Eine Bedingung war, die Gebühren für die Müllentsorgung maximal bis zur Inflationsrate ansteigen zulassen. Steigende Personalkosten, ein erweitertes Produktportfolio und ein Gebührenmodell, das sich einzig über den Hausmüll finanzierte, drohten die Tarifstetigkeit zu gefährden.

In einem ersten Schritt holte der CFO das Commitment des gesamten Managements sowie des Aufsichtsrates ein, anschließend bildete er ein Projektteam. Neben Finanzen und Controlling waren IT, Vertrieb, Marketing, Operations und die Unternehmenskommunikation vertreten.

Akzeptanz im öffentlichen Raum für neues Preismodell geschaffen

Die größte Herausforderung war, eine Akzeptanz im öffentlichen Raum zu schaffen. Sehr früh wurden externe Stakeholder wie Gewerkschaften, Mieterverein, Wohnungsbauverbände und die Politik einbezogen, um das Projekt auf Machbarkeit abzuklopfen und die Akzeptanz auszutesten. Hier war sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt.

Haushaltsbezogene Grundgebühr als „Ökogebühr“ erfolgreich eingeführt

Nach anderthalb-jähriger Projektzeit wurde erfolgreich eine haushaltsbezogene Grundgebühr unter dem Begriff „Ökogebühr“ eingeführt. Von der Umstellung betroffen waren 1 Million  Haushalte. Ein Marketingkonzept wurde ausgerollt, um den Prozess auf der Kundenseite zu begleiten. Es gab keine externen Widerstände und die Tarifstetigkeit war erst einmal gesichert. Mit einem straffen Projektmanagement gelang es, intern die Aufgaben zu koordinieren.

Der CFO hatte zwischenzeitlich weitere Herausforderungen für das Unternehmen identifiziert. Dies war eine strategische Neuausrichtung hin zu einer ökologischen Abfallwirtschaft; mit dem neuen Tarifmodell waren jetzt die Voraussetzungen geschaffen worden.

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Tanja Esmyol - Senior Consultant Deutsche Interim AG

Tanja Esmyol

Senior Consultant

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Christoph Domhardt

Senior Consultant | Prokurist