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di-Trendbarometer Frühjahr 2026: Gute Nachrichten vom Markt für Interim Management
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Der deutsche Markt für Interim Management erweist sich im Frühjahr 2026 deutlich stabiler als oft angenommen. Ob Auslastung, Zufriedenheit oder Prognose: In allen wichtigen Bereichen liegen die Zahlen des Trendbarometers der Deutschen Interim AG für das Frühjahr 2026 auf dem Niveau vom Herbst 2025 – oder sogar leicht darüber.
Frankfurt. Allem Anschein nach trotzt der deutsche Interim-Markt der Krise: Die Auslastung der Interim Professionals hat über den Jahreswechsel 2025/26 bis Ostern leicht zugenommen. Das ist eine der Kernaussagen des Trendbarometers der Deutschen Interim AG für das Frühjahr 2026. Außerdem gibt eine große Mehrheit der 405 Befragten an, mit der persönlichen Situation im Interim Management zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Darüber hinaus blickt die Hälfte der Trendbarometer-Teilnehmer optimistisch auf die kommenden sechs Monate.
Tilo Ferrari: Forecast Value der Deutschen Interim AG auf Allzeithoch
Tilo Ferrari zeigt sich von den Ergebnissen des di-Trendbarometers überrascht: „Ich habe fest damit gerechnet, dass wir eine sehr deutliche Eintrübung sehen werden“, so der CEO der Deutschen Interim AG. Er habe in den vergangenen Wochen in den Gesprächen mit vielen Interim Professionals sehr viel mehr Klagen als positive Einschätzungen gehört. „Das ging weit über das normale ‚Jammern gehört zum Geschäft‘ hinaus“, so Ferrari. Der vielstimmige Chor unzufriedener Interim Manager habe ihm zeitweise sogar den Glauben an die eigenen Zahlen geraubt, berichtet Ferrari mit Blick auf den Forecast Value seines Unternehmens, der in diesem Frühjahr auf ein neues Allzeithoch geklettert ist. Umso mehr freue er sich über die ermutigenden Zahlen aus dem di-Trendbarometer für das Frühjahr 2026.

Der Forecast Value der Deutschen Interim AG basiert unter anderem auf der Anzahl der Anfragen, der Höhe der Tagessätze, der Mandatsdauer und den Abschlusswahrscheinlichkeiten.
di-Trendbarometer: Auslastung der Interim Professionals hat leicht zugenommen
Eine der wichtigsten Kennziffern für die Lage im Interim-Markt ist die Auslastung der Interim Managerinnen und Interim Manager. Und die erweist sich im Rückblick auf die vergangenen Monate als stabil. Von Oktober 2025 bis April 2026 konnte eine knappe Mehrheit der Befragten (52 Prozent) mehr als 60 Prozent ihrer Kapazität verkaufen: Die Zahl der voll ausgelasteten Interim Professionals veränderte sich marginal von 40 auf 39 Prozent. Bei den Auslastungen zwischen 61 und 80 Prozent verzeichnet die aktuelle Umfrage ein Plus von einem Prozentpunkt auf 13 Prozent.
Nahezu verdoppelt hat sich der Anteil der Interim Professionals mit einer Auslastung zwischen 41 und 60 Prozent: von sieben auf 13 Prozent. Auch die Quote der nahezu beschäftigungslosen Expertinnen und Experten (Auslastung zwischen null und 20 Prozent) ist weiter rückläufig und fällt um drei Punkte auf 14 Prozent. Und noch eine gute Nachricht: Von Oktober bis Ostern waren nur noch zwölf Prozent der Befragten ohne Mandat. Im Herbst 2025 betrug diese Quote noch 15 Prozent.
Klare Mehrheit bewertet die eigene Situation positiv – aber auch mehr Unzufriedene
Bei so vielen positiven Angaben zur Auslastung überrascht es nicht, dass eine klare Mehrheit von 58 Prozent der Befragten die persönliche Situation im Interim Management positiv betrachtet. 26 Prozent sind sehr zufrieden (unverändert), 32 Prozent zufrieden (plus zwei). Der Anteil der Unzufriedenen steigt leicht: um zwei Punkte von 22 auf 24 Prozent.
Ausblick auf das kommende Halbjahr bleibt verhalten optimistisch
Die Hälfte der Befragten blickt zudem zuversichtlich auf die Entwicklung des eigenen Geschäfts: ein Plus von einem Punkt auf 50 Prozent. 30 Prozent (minus eins) bewerten ihre persönlichen Aussichten als neutral. Pessimistisch in die kommenden Monate blicken 21 Prozent der Befragten (plus zwei).
Ausblick auf die Interim-Konjunktur im Allgemeinen deutlich weniger erfreulich
Bei aller persönlichen Zuversicht vieler Interim Professionals: Die Einschätzung der allgemeinen Konjunktur im Interim Management fällt deutlich weniger optimistisch aus. Knapp ein Viertel der Befragten äußert sich unverändert sehr zufrieden oder zufrieden. Gut 40 Prozent (plus vier Punkte) beantworten die Frage nach der Interim-Konjunktur mit „neutral“. 13 Prozent (unverändert) sind mit den Aussichten unzufrieden oder sehr unzufrieden.
Damit liegt die Einschätzung der Interim-Konjunktur auf ähnlichem Level wie die Jahresprognose der Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e. V. (DDIM). Laut DDIM-Marktstudie gehen 61 Prozent der Interim Manager von einer positiven oder unveränderten Marktentwicklung aus. Die DDIM sieht als Treiber demnach insbesondere den Fachkräftemangel, aber auch eine steigende Nachfrage für Transformationsprojekte. Das Marktvolumen 2026 schätzt die DDIM auf 2,4 bis 2,7 Milliarden Euro. Sollte die obere Marke erreicht werden, entspräche das dem Umsatz des bisherigen Rekordjahres 2023.
Auffällige Verschiebungen bei Passgenauigkeit der Anfragen
Das Trendbarometer der Deutschen Interim AG gibt es seit fünf Jahren. In all der Zeit verzeichnete die Frage nach der Passgenauigkeit von Anfragen und Leistungsversprechen so gut wie keine Veränderung. Nahezu 80 Prozent der Anfragen bewerteten die Befragten als mehr oder weniger unpassend. Das ist im Frühjahr 2026 erstmals anders: Ein Viertel der Befragten (24 Prozent) berichtet, dass fast alle Anfragen von Unternehmen oder Service-Providern sehr gut zum Leistungsversprechen passten. Ein weiteres Viertel (26 Prozent) erhielt Anfragen, die zu 61 bis 80 Prozent zum Leistungsversprechen passen. In Summe steigt der Anteil der weitgehend passenden Anfragen also erstmals auf die Hälfte aller Anfragen.
Stark nachgefragte Angebote der di-Akademie zur Positionierung
Möglicherweise besteht hier ein Zusammenhang mit den Fortbildungsangeboten der Deutschen Interim AG. Denn wir verzeichnen in den vergangenen Monaten ein sehr starkes Interesse für die Webinare und Marktplatzangebote der di-Akademie im Bereich Positionierung. Es ist plausibel, dass viele Poolmitglieder ihre Positionierung und ihr Leistungsversprechen inzwischen sehr viel klarer formulieren. Und das trägt dazu bei, dass potenzielle Auftraggeber das Angebot von Interim Professionals auf Anhieb besser verstehen – und weniger unpassende Anfragen stellen.
di-Trendbarometer Herbst 2026: Alle Antworten im Überblick
Wie lange sind die Befragten zwischen zwei Aufträgen ohne Mandat? Wie viele Mandate gehen planmäßig zu Ende – und wie lange dauern die Einsätze? In welchen Rollen wurden die Befragten vor allem mandatiert? Und in welchen Branchen? Alle Antworten auf die 15 Fragen des di-Trendbarometers Frühjahr 2026 haben wir wie immer grafisch für Sie aufbereitet: di-Trendbarometer Frühjahr 2026 im Überblick.
Fast ein Viertel der Befragten konnte den Tagessatz um zehn Prozent oder mehr steigern
Kommen wir zu einem anderen Gradmesser der Interim-Konjunktur: den Tagessätzen. Auch hier liefern die Ergebnisse des aktuellen di-Trendbarometers im Vergleich zur Herbstumfrage 2025 Indizien dafür, dass der Markt stabil ist – oder sogar anziehen könnte. Geben doch 13 Prozent der Befragten an, dass sie ihren Tagessatz um bis zu zehn Prozent haben steigern können. Einen Zuschlag von sogar mehr als zehn Prozent konnten zehn Prozent der Befragten (minus eins) realisieren. Gut die Hälfte (49 Prozent, minus zwei) hat ihre Forderungen ohne Abstriche durchgesetzt. Etwas mehr als ein Viertel (28 Prozent, minus eins) musste Abstriche beim Tagessatz hinnehmen.
Mehrheit der Befragten strebt Tagessätze zwischen 1.200 und 1.500 Euro an
Die Frage nach der Höhe der Tagessätze gehört erst seit vergangenem Herbst zum di-Trendbarometer. Insofern gibt es noch nicht viele Vergleichswerte. Zudem nehmen immer wieder andere Interim Professionals an der Umfrage teil. Insofern überrascht es nicht, dass bei dieser Frage starke Schwankungen zu verzeichnen sind. Die Antworten auf die Frage nach der angestrebten Höhe der Tagessätze verteilen sich wie folgt:
- Bis zu 900 Euro: sechs Prozent (plus zwei)
- Mehr als 900 Euro: 27 Prozent (minus vier)
- Mehr als 1.200 Euro: 51 Prozent (plus acht)
- Mehr als 1.500 Euro: 13 Prozent (minus drei)
- Mehr als 1.800 Euro: 3 Prozent (minus vier)
Dauer der Mandate nimmt deutlich zu – planmäßiges Ende bleibt die Regel
Stabilität im Interim-Markt signalisiert außerdem, dass nach wie vor die große Mehrheit der Mandate planmäßig abgeschlossen wird. Die Quote sinkt allerdings leicht von 63 auf 59 Prozent. Unverändert enden sieben Prozent der Mandate vorzeitig, weil das Ziel schneller erreicht werden konnte. Mandatsbeendigungen wegen Budgetkürzungen bleiben mit vier Prozent (minus eins) die Ausnahme.
Bei der Mandatsdauer verzeichnet das aktuelle di-Trendbarometer Verschiebungen in Richtung längerer Mandate. Jedenfalls sinkt der Anteil der Kurzzeitmandate mit einer Dauer von bis zu drei Monaten deutlich um fünf Punkte von 22 auf 17 Prozent. Mandate mit Laufzeiten von bis zu neun, zwölf, 15 Monaten oder noch länger legen um insgesamt acht Punkte zu.
Bleibt der Markt stabil? Geht es nach oben – oder doch nach unten?
Viele Ergebnisse des di-Trendbarometers für das Frühjahr lassen sich als Indizien für eine zumindest stabile Interim-Konjunktur deuten. Der Forecast Value der Deutschen Interim AG in Rekordhöhe ist ebenfalls ein ermutigendes Signal. Und auch die DDIM hält einen Umsatzrekord in diesem Jahr für möglich.
Aber es bleiben die unkalkulierbaren geopolitischen Risiken: Stichworte Nahost, Trump und vielleicht bald auch Taiwan?
Was auch immer kommt: Das nächste di-Trendbarometer wird uns im Herbst Aufschluss darüber geben, wie sich der Interim-Markt über den Sommer hinweg entwickelt hat.
Über die Umfrage: Am di-Trendbarometer Frühjahr 2026 haben 405 Interim Managerinnen und Interim Manager teilgenommen. Die Umfrage erfolgte online zwischen dem 1. März und dem 12. April 2026. Die Einladungen zur Teilnahme wurden bei LinkedIn und per Newsletter der Deutschen Interim AG versendet. Die Empfänger konnten die Einladungen in ihren Netzwerken teilen. Wenn Sie Anregungen zu Themen für den di-Trendbarometer-Blog haben: Schreiben Sie einfach eine kurze Nachricht an trendbarometer@deutscheinterim.com.