Überbrückung der Vakanz in der Personalleitung

Betriebsausgliederung | Haustarifvertrag | Änderungskündigungen

Der Personalleiter eines produzierenden Betriebes mit 1.000 Mitarbeitern, Konzerntochter eines dänischen Unternehmens, fiel nach 9 Monaten Betriebszugehörigkeit aufgrund von Krankheit aus. Die HR Interim Managerin übernahm ad hoc die Leitung der Abteilung mit 10 Mitarbeitern und den Bereichen Abrechnung, Zeitwirtschaft, Ausbildung, Personalentwicklung und Betreuung.

Ziel der Aufgabe war es, das Tagesgeschäft aufrechtzuerhalten und die laufenden HR-Projekte zu steuern. Hierzu gehörten eine Betriebsausgliederung (Niederlassung in Berlin), die Verhandlung eines Haustarifvertrags sowie die Ausarbeitung eines Schichtsystems für Mitarbeiter auf Seeplattformen.

Darüber hinaus gab es eine Abrechnungsleiterin, die sehr eng geführt werden musste, da ihre Performance zu wünschen übrig ließ. Entlassen wollte man sie nach 35 Dienstjahren nicht.

Verhandlung des Haustarifvertrages

Der Betriebsrat des Unternehmens war auch Funktionär der IG Metall. Das komplizierte die Gespräche. Der Haustarifvertrag musste gemeinsam mit ihm und der IG Metall vor Ort ratifiziert werden. Es ging um die Flexibilisierung der Workforce durch Einsatz von Zeitarbeitern im gewerblichen Bereich. Im Angestelltenbereich hingegen wurde sehr stark Personal aufgebaut. Der Haustarif sieht vor, in den nächsten Jahren sukzessive befristete Zeitarbeit-nehmer zu übernehmen. Allerdings nur, wenn die Umsatz- und Ergebniszahlen stimmen.

Schichtplan für Hochseeplattformen

Der Schichtplan für die Mitarbeiter auf Hochseeplattformen war schwierig, weil die Geschäftsleitung alte Betriebsvereinbarungen nicht mehr erneuern wollte. Daraus ergab sich, dass die Leistungen für die Mitarbeiter geschmälert werden würden. Hier galt es, neue Betriebsvereinbarungen zu schließen und Arbeitszeitmodelle zu entwickeln, die lebbar und fair waren.

Betriebsausgliederung (Niederlassung in Berlin)

Die Niederlassung in Berlin sollte als selbstständige Einheit agieren. Daher konnte die für NRW gültigen Tarifverträge nicht angewendet werden. Die HR Interim Managerin entwickelte ein Modell, in dem Teil der Belegschaft (Monteure) der Betriebseinheit Köln zugeordnet wurde. Der andere Teil der Belegschaft bekam neue Verträge in Anlehnung an den Tarif der IG Metall Berlin-Brandenburg. Die Abwicklung der Änderungskündigungen galt für ca. 50 Mitarbeiter.

Anforderungen in schwierigem Umfeld gemeistert

Die Vielzahl der unterschiedlichen Aufgaben beinhaltete auch für die HR Interim Managerin einige Herausforderungen, sowohl inhaltlich als auch emotional. Das Betriebsklima hatte sich im Zuge von Konflikten vor dem Interim Mandat mit spürbarer Aggressivität aufgeladen. Das Zusammenspiel zwischen Betriebsräten und Geschäftsleitung war sehr belastet. Daher war die Rolle der von außen kommenden, unbelasteten HR Interim Managerin in dieser Situation ein wesentlicher Bestandteil zur erfolgreichen Bewältigung der Restrukturierung.

Das Projekt in Stichworten

  • Personalleitung eines produzierenden Betriebes mit 1.000 Mitarbeitern
  • Verhandlung eines Haustarifvertrages
  • Betriebsvereinbarung über Schichtplan für Hochseeplattformen
  • Ausgliederung eines Betriebsteiles (Niederlassung in Berlin)